• laurinfravi

Rückblick Saison 21/22

Updated: May 1

Hallo zusammen


Die vergangene Saison ist nun schon fast seit einem Monat vorbei. Für mich eigentlich schon ein wenig länger. Nach den letzten IBU Cup Wettkämpfen Mitte März hat es mich nach zwei Jahren Pandemie auch erwischt. Ich wurde positiv auf Corona getestet und hatte einige Tage leichte Symptome. Wegen der Infektion und um kein Risiko einzugehen habe ich auch auf die abschliessenden Schweizermeisterschaften Ende März verzichtet und ich war nur als Zuschauer mit dabei. Was ungewohnt, aber auch mal ganz gemütlich war. An den Schweizermeisterschaften haben wir dann auch die Athleten verabschiedet.


Ende November haben in Lenzerheide Selektionswettkämpfe stattgefunden. Mit einem Sieg im zweiten Sprint konnte ich mich da für die ersten IBU Cups der Saison in Skandinavien qualifizieren. Erst in Schweden und dann in Norwegen fanden fünf Wettkämpfe statt. Im Schiessen lief für mich nichts nach Plan und ich musste viel zu viel Zeit in der Strafrunde verbringen. Körperlich war ich in einer sehr guten Verfassung und so bin ich trotz schlechten Rangierungen mit der Gewissheit, dass ich im Sommer grosse physische Fortschritte machen konnte und ich auf das Training angesprochen habe, nach Mitteleuropa zurückkehren.


Eigentlich wäre zu diesem Zeitpunkt die Heim-Universiade auf meinem Plan gestanden. Gut 3‘000 Studierende aus der ganzen Welt sollten sich in der Schweiz eine Woche lang treffen und gegeneinander antreten. Es sollte ein grosses Saisonhighlight werden. Wurde es dann nicht. Nur wenige Tage vor Start dieses Mega-Events hat das Virus uns einen Strich durch die Rechnung gemacht und die Organisatoren mussten absagen. So fand ich mich im Osttirol am IBU Cup wieder, der von Corona einigermassen verschont blieb und die ganze Saison durchgeführt werden konnte.

Das Studium lief währenddessen weiter. Leider konnte ich aber meine anstehende Semesterprüfung nicht schreiben, weil sie genau auf einen Wettkampftag im März gefallen wäre. Jetzt muss ich sie im Sommer nachholen. Der Aufwand war dementsprechend kleiner und ich durfte mich zur Ablenkung und aus Interesse, ganz ohne Zeitdruck in die Soziologischen Theorien von Marx, Foucault, Bourdieu und Luhmann vertiefen.


Nach ein paar ruhigen Tagen an Weihnachten ging es weiter mit zwei Wochen IBU Cup in der Slowakei. Mit wieder zu vielen Fehlern waren es am Ende nur einige Ränge knapp hinter den Punkten. Leider konnte ich so nicht die geforderten Selektionsrichtlinien für die Europameisterschaften erreichen und musste den Januar und den Februar im Alpencup und im Swisscup verbringen. Immerhin konnte ich an diesen Wettkämpfen einige gute Leistungen zeigen und ich konnte nochmal ins Training investieren.


Anfangs März hat dann der IBU Cup in Lenzerheide Halt gemacht. An drei Wettkampftagen konnten wir uns in unserer Heim-Arena auf der zweithöchsten Stufe beweisen. Am Donnerstag ging es mit einem Sprint los. Bitter enttäuscht bin ich auf einem 52. Rang ins Ziel gekommen. Mit 6/10 Treffern und einer mässigen Laufleistung war an diesem Tag nicht mehr drin. Mit den Vorleistungen aus dem Training und dem Alpen- und Swisscup hatte ich mir mehr erhofft.

Am Samstag stand dann ein Supersprint auf dem Programm. Auf dieses relativ junge Format, bei dem nach einer kurzen Quali von 4.5km mit zwei Schiessen ein Massenstart der ersten 30 ansteht, hatte ich mich eingentlich schon lange gefreut. Der Sprint am Donnerstag hat mir ein wenig die Vorfreude vermiest. Am Abend vor dem Wettkampf konnte ich mich dann aber aufraffen und war wieder voller Vorfreude auf den Wettkampf. In der Quali lief es dann von Anfang an gut und ich konnte auf der letzten Runde sogar noch ein wenig Energie sparen für den Massenstart. In diesem bin ich dann von Position 19 aus gestartet und musste gleich beim ersten Schiessen zweimal in die Strafrunde. Dann konnte ich mich mit zwei fehlerfreien Schiessen und einem Fehler zum Schluss immer weiter nach vorne arbeiten und am Schluss hat es im Endspurt ganz knapp nicht in die Ränge der Flowerzeremonie gereicht (Top sechs). Als siebter habe ich aber mein mit grossem Abstand bestes Resultat im IBU Cup erreicht und ich konnte endlich mal schwarz auf weiss zeigen, was ich kann. Dieser Wettkampf hat mir viel Selbstvertrauen gegeben. Am nächsten Tag konnte ich gleich unter Beweis stellen, dass es kein Glückstreffer war und ich konnte trotz vier Fehler am Schiessstand im 15km Massenstart auf den 18. Rang laufen.


Zum Abschluss stand die Woche darauf noch ein IBU Cup in Ridnaun, Italien an. Leider passierten mir wieder zu viele Fehler. Ich konnte aber noch einmal meine Laufform bestätigen und konnte definitiv feststellen, dass ich im physischen Bereich beträchtliche Fortschritte machen konnte.


Dann wären ja noch die Schweizermeisterschaften auf dem Programm gestanden. Wie eingangs erwähnt, habe ich mich dann aber, wie so viele andere auch, mit Covid-19 infiziert und konnte da leider nicht am Start sein.


Über die gesamte Saison lässt sich zusammenfassend sagen, dass ich einige Fortschritte, vor allem im physischen Bereich machen konnte und ich mir mehr gute Resultate leider durch meine Trefferquote verbaut habe. Ich weiss aber, dass ich im IBU Cup läuferisch mit den besten mithalten kann und konnte es punktuell auch auf der Rangliste zeigen. Trotzdem war es nicht einfach nach den wiederholten Enttäuschungen wieder Energie und Motivation zu generieren. Irgendwie ist es mir aber immer wieder gelungen und ich konnte immer wieder das nötige Selbstvertrauen zurückgewinnen.


Ich werde in der kommenden Vorbereitung sicherlich ein Hauptaugenmerk auf das Schiessen legen und intensiv daran arbeiten, eine für mich optimale Position hinter dem Gewehr zu finden, ohne Kompromisse eingehen zu müssen. Denn ich bin zuversichtlich, dass ich die Voraussetzungen für ein stabiles und konstantes Schiessen habe.


In der Lenzerheide passiert in den nächsten Jahren Grosses. Nächstes Jahr stehen die Heim-Europameisterschaften auf dem IBU Kalender und im Jahr darauf der erste Weltcup als Vorbereitung für das absolute Highlight, die Heim-Weltmeisterschaften 2025. Ich freue mich auf die nächsten Jahre.


Wenn es am Montag wieder losgeht liegt der Fokus aber erstmal wieder auf den Grundlagen. Anpassungen am Gewehr, Grundlagenausdauer, Trockentraining, harte Intervalle, Krafttraining. Ich freue mich jetzt noch mehr auf das. Täglich versuchen mich zu verbessern und sehen bis wo ich körperlich gehen kann.


Vielen Dank allen Sponsoren und Unterstützern! Ohne euch würde es nicht gehen!


Liebe Grüsse

Laurin



Zum Schluss noch ein paar Eindrücke von der Saison:


Es freut mich, meinen neuen Kopfsponsor zu präsentieren. Dabei handelt es sich um die HMQ AG aus Thusis, ein schweizweit führendes Ingenieurs- und Planungsunternehmen. Ich freue mich sehr über die Zus