• laurinfravi

Saison 20/21

Hallo Zusammen,


Es ist wieder einmal Zeit ein Fazit zu ziehen. Die Saison 20/21 ist vor nun schon fast einem Monat zu Ende gegangen und mit ihr auch meine Zeit als Junior. Ab nächster Saison werde ich in der Elite Kategorie starten. Die Schonfrist ist also definitiv vorbei. Aber schauen wir zuerst zurück.


Als ich mich kurz vor der Saison gemeldet habe, war vieles noch ungewiss, ob und wann die ersten Wettkämpfe stattfinden würden. Aber wenn man eines gelernt hat in diesem Pandemiejahr, dann ist es flexibel sein. Im Dezember hiess das, die geplanten Wettkämpfe wurden alle abgesagt und es wurden kurzfristig interne Testwettkämpfe in Andermatt und in Lenzerheide geplant und durchgeführt. Am Start waren alle, die gerade nicht im Weltcup unterwegs waren. Das Niveau war für uns Junioren dementsprechend hoch. Ich verfügte über eine gute Form und konnte einige gute Erfahrungen und Resultate mitnehmen, hatte aber auch Anhaltspunkte, an denen ich bei wichtigen Trainingsstunden über die Festtage arbeiten konnte.


Im Januar ging es dann endlich los mit den „richtigen“ Wettkämpfen. Die Internationale Biathlon Union hat eine hervorragende Arbeit geleistet und Schutzkonzept sowie eine Teststrategie ausgearbeitet, unter der unsere Wettkämpfe stattfinden konnten. In der Regel wurden wir alle drei Tage getestet und so konnten wir uns alle unter sicheren Bedingungen auf zwei Dinge fokussieren: Schnell Laufen und gut Schiessen.


Die erste Station war der Bayerische Wald. Schwierige Bedingungen und späte Startnummern (mit noch viel schwierigeren Bedingungen) haben es mir bei meiner ersten Bewährungsprobe bei den grossen Jungs im IBU Cup nicht einfach gemacht. Auch die körperliche Form war nicht mehr dort, wo sie noch vor Weihnachten war und so wurde es eine harte Lektion, die aufgezeigt hat, was noch gehen muss.


Zurück vom Ausflug in den Bayerischen Wald habe ich nochmal einen guten Trainingsblock absolviert. Bei einem noch anstehenden Swisscup war ich wiedererstarkt und konnte mit einer guten körperlichen Form und dementsprechend gutem Gefühl nach Tirol an meine letzte Junioren Weltmeisterschaft reisen. Die erste Semesterarbeit in meinem Studium habe ich dort am Vortag des ersten Wettkampfs abgeben. Damit galt der hundertprozentige Fokus definitiv dem Sport.


Obertilliach in der Nähe von Lienz gehörte schon lange zu meinen Lieblingsorten im Biathlonkalender und ich konnte auf einige gute Resultate im Alpencup zurückblicken. Eine Junioren WM ist aber natürlich eine andere Dimension und ich war gespannt auf die anstehenden Wettkämpfe. Die verliefen grösstenteils sehr gut und, lassen sie mich es vornewegnehmen, Obertilliach ist nun definitiv einer, wenn nicht der, Lieblingsort im Biathlonzirkus. Im ersten Rennen, dem Einzel über 15km mit abwechselnd je zweimal Liegend- und Stehendschiessen, war die Form direkt da und ich konnte trotz vier Fehlern am Schiesstand einen ansprechenden 24. Rang erreichen. Mit grossem Selbstvertrauen ging es dann in den Sprint.

Bereits auf der ersten Runde habe ich gemerkt, dass es an diesem Tag wieder genauso gut funktionierte auf der Loipe. Ich konnte richtig Druck machen und kam zum ersten Schiessen, das ich ohne Mühe fehlerfrei absolvieren konnte. In der Zwischenzeit nach diesem Schiessen bin ich bis zum Ende auf dem dritten Rang geblieben. Läuferisch ging es sehr gut weiter. Nach dem zweiten und entscheidenden Schiessen musste ich leider zweimal die Strafrunde absolvieren und die Hoffnungen auf das Podest mussten begraben werden. Nichts desto trotz konnte ich mit einer beherzten letzten Runde Platz 15. erreichen, mit dem ich vor dieser Woche nie rechnen hätte können und sehr zufrieden bin. Das Rennen am diesen Tag war wohl das beste meiner bisherigen Karriere, zumindest wenn es wichtig war. Ich war körperlich am Tag X bereit und konnte mit den besten Junioren der Welt um den Sieg mitkämpfen. Dieses Gefühl habe ich mir gemerkt und solche Erlebnisse geben mir die nötige Motivation für die anstehenden Monate hartes Sommertraining.

Nach dem Sprint und einem Verfolger, der nicht nach Plan lief, konnte ich in der Staffel als Startläufer nochmal ein gutes Rennen zeigen und vorne mitlaufen. Insgesamt schaue ich also auf sehr erfreuliche Junioren Weltmeisterschaften zurück. Auf meine besten, und letzten.


In Obertilliach ergab sich gleich nochmal die Chance im IBU Cup. Ich konnte hier mit guter Laufleistung und auch punktuell gutem Scheissen gute Erfahrungen sammeln, bevor die kurze Saison mit den Schweizermeisterschaften bereits wieder beendet wurde. Mit einem zweiten und einem dritten Rang konnte ich auch hier meine Juniorenzeit erfolgreich und zufrieden abschliessen.


Die Trainingspause im April habe ich genutzt um vom Sport einmal komplett abzuschalten und mich in mein Studium zu vertiefen. Das Abtauchen in die ganz andere Welt der Politikwissenschaft war sehr spannend, lehrreich und hat mir wieder mal eine andere Seite des Lebens gezeigt. Nun heisst es aber wieder Doppelbelastung, neben dem Studium geht am heutigen Montag das Training für die kommende Saison 21/22 wieder voll los. Letzte Woche habe ich erfahren, dass ich dank meiner Leistungen, und weil meine Juniorenzeit bekanntlich vorbei ist im B Kader von Swissski trainieren darf. Mit diesem Kaderstatus trainiere ich in der Herrenmannschaft Rund um Benjamin Weger und wir werden 9. Mai in das erste Trainingslager einrücken. Davor heisst es alleine wieder ins Training reinkommen und die ersten Stunden sammeln.



Bis bald!

Laurin